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Zotero – Meistere das Literaturchaos

Zotero ist ein quelloffenes Literaturverwaltungsprogramm, das vom Center for History and New Media der George Mason University (GMU) entwickelt wurde. Das Wort „Zotero“ stammt aus dem Albanisch und bedeutet so viel wie „beherrschen“, „sich etw. aneignen“ oder „sehr gut lernen“. Genauso wie Ubuntu oder wikipedia wurde der Name aus einer exotischen Sprache entnommen, um so Namensrechtverletzungen vorzubeugen (die gesamte etymologische Geschichte befindet sich hier). Im Gegensatz zu anderen Programmen, die viel versprechen und wenig halten (z.B. Quicktime oder Moviemaker), „beherrscht“ Zotero wirklich die unĂĽbersichtlichste Literatursammlung. 🙂

Eigentlich ist Zotero als Firefox plugin konzipiert. Aber weil ich nicht wegen eines Referenzmanagers den Browser wechseln wollte, benutze ich die standalone version, die sich im alpha-Stadium befindet, aber bisher noch nie ihren Dienst versagt hat.

1. Regristieren

Man kann sich auf zotero.org registrieren, was schnell und unkompliziert abläuft. Die Registrierung hat den Vorteil, dass man seine gesamte Bibliothek online synchronisieren kann. Dazu trägt man den gewählten Benutzernamen und das Passwort unter Actions (= Symbol mit dem kleinen Zahnrad) » Preferences » Sync ein. 100 MB Online-Speicher sind gratis und weil die schnell voll sind kann auch Speicher dazugekauft werden: 1 GB kostet bspw. im Jahr $20 und 5 GB $60 (Stand: August 2011). Wenn man nur die Referenzen (ohne pdf-Files) von ĂĽberall im Zugrifft haben möchte und auf den Online-Speicher verzichtet, sollte die Option „Sync attachment files…“ nicht markiert sein.

2. Die GUI im Ăśberblick

Überblick über die GUI von Zotero Die GUI von Zotero ist klar gegliedert: Auf der linken Seite befinden sich oben die Bibliothek(en) mit ihren Unterordnern, darunter ein Panel mit den Tags (Schlagworten). Den Mittelteil nehmen die einzelnen Elemente der Bibliothek ein. Und rechts befindet sich dann ein Panel mit vier Karteikartenreitern: a) Info, b) Notes, c) Tags und d) Related. Unter a) steht die gesamte bibliographische Information (Author, Publication = journal name, etc.). Eigene kurze, formatierte Notizen können unter b) eingegeben werden. Karteikartenreiter c) beinhaltet die tags, die man vergeben möchte (IRT, latent-variable, etc.), und unter d) kann man Querverbindungen zwischen den einzelnen Artikel herstellen, was bei Kommentaren recht nützlich ist.

3. Einträge erstellen

Per Drag & Drop die Datenbank befĂĽllenDie Datenbanken anderer Literatur-verwaltungs-programme (RDS, RIF, BibTex, etc.) können importiert werden, so dass ein Wechsel von anderen kostenpflichtigen Programmen wie Endnote oder Citavi problemlos möglich ist. Per Drag & Drop nimmt man neue Einträge in die Datenbank auf. Rechter Mausklick auf die hinzugefĂĽgte pdf-Datei, bringt mein Lieblingsfeature zum Vorschein: „Retrieve meta information for PDF“. Per DOI (digital object identifier) direkt von den Verlagen oder indirekt per Google Scholar können so die kompletten bibliographischen Angaben eingelesen werden. So lassen sich (relativ problemlos) Zeitschriftartikel erkennen, was ja 90% einer psychologischen Datenbank ausmacht.

Rechtsklick auf den (unterhalb der biblio. Angaben einsortierten) pdf-File und dann Auswahl von „Rename File from Parent Metadata“ benennt den File automatisch wie folgt um: „Autor1 (and Autor2, ansonsten et al.) – Erscheinungsjahr – Die ersten 50 Zeichen des Titels.pdf“. Im Firefox-Plugin soll sich diese Benennungsregel sowie andere Einstellungen in den versteckten Einstellungen ändern lassen; in der stand-alone wirkt sich eine Ă„nderungen von pref("extensions.zotero.attachmentRenameFormatString", '{%c - }{%y - }{%t{50}}'); in ..defaultspreferenceszotero.js jedoch nicht auf die Benennung aus. Mittlerweile finde ich die vorgegebene Benennung auch ĂĽbersichtlich und gut.

4. Integration von Zotero in Word

Integration von Zotero in WordZotero ordnet nicht nur die eigene Bibliothek recht ĂĽbersichtlich, sondern kann natĂĽrlich auch in Verbindung mit Word oder LibreOffice Writer Referenzen in ein Textdokument einfĂĽgen. Dazu muss ein kleines Add-in (eins fĂĽr Word und eins fĂĽr LibreOffice) unter

Actions » Preferences » Cite installiert werden. In Word wird dann im Ribbon „Add-ins“ eine benutzerdefinierte Symbolleiste eingeblendet mit mehreren kleinen Symbolen zum EinfĂĽgen und Editieren von Referenzen bzw. des Literaturverzeichnisses. Bevor man die erste Referenz einfĂĽgt, muss eine Zitierrichtlinien ausgewählt werden (z.B. APA). Bei der Quellenangabe können alle notwendigen Ă„nderungen vorgenommen werden: Suffixe, Präfixe, Angabe von Seitenzahlen, UnterdrĂĽckung der Autorennamen, so dass nur das Publikationsjahr erscheint.

Konnten euch die Features ĂĽberzeugen?

Vermisst ihr was oder wechselt ihr schon? 🙂 Freue mich über Kommentare und Nachfragen.